Skalierung vs. Komprimierung: Zwei verschiedene Dinge
Bevor Sie sich mit Skalierungstechniken befassen, ist es wichtig zu verstehen, dass Skalierung und Komprimierung grundlegend verschiedene Operationen sind, auch wenn beide die Dateigröße reduzieren können:
- Skalierung (Resampling) ändert die Pixelabmessungen des Bildes — die Anzahl der Pixel in Breite und Höhe. Ein auf 2000×1500 skaliertes Bild mit ursprünglich 4000×3000 Pixeln hat ein Viertel so viele Pixel. Das Bild ist physisch kleiner und enthält weniger Daten.
- Komprimierung ändert, wie die vorhandenen Pixeldaten kodiert werden, ohne die Abmessungen zu verändern. Ein 4000×3000-Bild bei JPEG-Qualität 95 hat dieselben Pixelabmessungen wie dasselbe Bild bei Qualität 60 — aber die Datei ist viel kleiner, weil bei der Kodierung mehr visuelle Daten verworfen werden.
Beide Operationen können unabhängig voneinander oder zusammen angewendet werden. Ein 12-Megapixel-Foto auf 2 Megapixel zu skalieren und bei JPEG-Qualität 85 zu speichern, wendet beide Operationen an: weniger Pixel und aggressivere Komprimierung. Das Verständnis dieses Unterschieds hilft Ihnen, in jeder Situation bessere Entscheidungen zu treffen.
Kernpunkt: Skalierung ändert, wie viele Pixel Sie haben. Komprimierung ändert, wie effizient diese Pixel gespeichert werden. Ein 500×500-PNG hat 250.000 Pixel, unabhängig davon, ob die Datei 50 KB oder 500 KB groß ist — die Komprimierung beeinflusst die Dateigröße, nicht die Pixelanzahl.
Verkleinern: Sicher und qualitätserhaltend
Verkleinern (ein Bild kleiner machen) ist eine sichere Operation, die die visuelle Qualität hervorragend erhält. Wenn Sie ein Bild von 4000×3000 auf 1200×900 reduzieren, kombiniert der Algorithmus Informationen aus mehreren Quellpixeln zu jedem Zielpixel. Da Sie überschüssige Details verwerfen, die bei der kleineren Größe ohnehin nicht sichtbar wären, ist das Ergebnis ein scharfes, klares Bild ohne Artefakte.
Hier ist, warum das Verkleinern so gut funktioniert:
- Informationen werden verdichtet, nicht erfunden. Jedes Ausgabepixel wird aus mehreren Eingabepixeln berechnet, die mit ausgefeilter Gewichtung effektiv gemittelt werden. Das Ergebnis enthält echte Bilddaten, nur in niedrigerer Auflösung.
- Aliasing wird natürlich unterdrückt. Wenn mehrere Eingabepixel zu jedem Ausgabepixel beitragen, werden hochfrequente Details (scharfe Kanten, feine Texturen) automatisch geglättet, was die treppenartigen Aliasing-Artefakte verhindert, die auftreten würden, wenn Pixel einfach übersprungen werden.
- Die wahrgenommene Qualität bleibt erhalten. Ein korrekt verkleinertes Bild sieht bei seiner Anzeigegröße identisch mit dem Original aus. Sie können die fehlenden Pixel nicht sehen, weil sie ohnehin jenseits der sichtbaren Auflösung lagen.
Das Verkleinern ist der Standardansatz für:
- Bilder für das Web vorbereiten (4000-px-Kamerafotos → 1200-px-Webbilder)
- Vorschaubilder erstellen (1200-px-Originale → 150-px-Vorschauraster)
- Abmessungsanforderungen sozialer Medien erfüllen
- Dateigröße für E-Mail-Anhänge reduzieren
- Seitenladegeschwindigkeit optimieren
Vergrößern: Das Qualitätsproblem
Vergrößern (ein Bild größer machen) unterscheidet sich grundlegend vom Verkleinern, weil der Algorithmus Pixel erzeugen muss, die im Original nicht vorhanden waren. Ein 500×500-Bild hat 250.000 Pixel echter Daten. Es auf 2000×2000 zu vergrößern, erzeugt 4.000.000 Pixel — aber 3.750.000 davon sind interpoliert (berechnete Schätzungen) und keine echten Bilddaten.
Die Ergebnisse hängen davon ab, wie stark vergrößert wird:
- 1,5x–2x Vergrößerung — meist akzeptabel. Die interpolierten Pixel liegen nah genug an echten Werten, dass das Ergebnis annehmbar aussieht, wenn auch etwas weicher als ein Bild in nativer Auflösung.
- 2x–4x Vergrößerung — merkliche Unschärfe und Verlust feiner Details. Kanten werden unscharf, Text schwerer lesbar, Texturen verlieren ihre Schärfe. Hier beginnen traditionelle Algorithmen sichtbar zu versagen.
- 4x+ Vergrößerung — deutlich verschlechtert. Das Bild wirkt verschwommen, ausgewaschen und künstlich. Feine Details verschwimmen zu glatten Verläufen. Traditionelle Algorithmen können bei dieser Skalierung keine akzeptablen Ergebnisse liefern.
KI-gestützte Vergrößerung
Moderne KI-Vergrößerungstools verwenden neuronale Netze, die auf Millionen von Bildpaaren (Niedrig- und Hochauflösungsversionen desselben Bildes) trainiert wurden, um plausible hochfrequente Details zu erzeugen. Die Ergebnisse sind bei 2–4x Vergrößerung dramatisch besser als bei traditionellen Algorithmen:
- Real-ESRGAN — Open-Source, hervorragend für Fotografien und allgemeine Bilder. Verarbeitet Rauschen und Komprimierungsartefakte gut.
- Topaz Gigapixel AI — kommerzielle Desktop-Anwendung. Einer der besten KI-Upscaler für Verbraucher. Gut für die Stapelverarbeitung.
- Adobe Super Resolution — in Lightroom und Camera Raw integriert. Verwendet Adobes Sensei-KI für bis zu 4x Vergrößerung von RAW- und JPEG-Dateien.
- Waifu2x — spezialisiert auf Anime- und Illustrationsvergrößerung. Verwendet tiefe faltende neuronale Netze.
Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass KI-Vergrößerung synthetische Details erzeugt. Das neuronale Netz stellt keine verlorenen Daten wieder her — es erfindet plausible Details basierend auf Mustern, die es während des Trainings gelernt hat. Das Ergebnis sieht überzeugend aus, ist aber nicht die ursprüngliche Information. Für die meisten Anwendungsfälle ist das völlig akzeptabel, aber für forensische, medizinische oder wissenschaftliche Anwendungen sind KI-generierte Details keine echten Daten.
Skalierungsalgorithmen erklärt
Die Wahl des Skalierungsalgorithmus beeinflusst die Qualität der Ausgabe erheblich, besonders bei extremen Skalierungsfaktoren. Hier sind die am häufigsten verwendeten Algorithmen, von höchster Qualität bis schnellster:
Lanczos (Sinc-gefenstert, Goldstandard)
Lanczos (ausgesprochen "LAN-tschosch") ist ein auf der Sinc-Funktion basierender Algorithmus, der die schärfsten möglichen Ergebnisse mit minimalem Aliasing liefert. Er berücksichtigt eine breitere Nachbarschaft von Pixeln (typischerweise 3–4 Schleifen der Sinc-Funktion, also 6–8 benachbarte Pixel in jede Richtung) und wendet eine optimale Gewichtung an, die Kanten und feine Details erhält.
- Qualität: Insgesamt beste. Schärfste Kanten, beste Erhaltung feiner Details, minimales Aliasing.
- Geschwindigkeit: Langsamster der traditionellen Algorithmen (aufgrund des breiten Kerns).
- Beste Verwendung: Verkleinern von Fotografien, Vorbereiten von Webbildern, jede Situation, in der Qualität wichtiger ist als Geschwindigkeit.
- Nachteil: Kann leichte Ringing-Artefakte (schwache Halos) um sehr kontrastreiche Kanten erzeugen, obwohl dies bei Fotografien selten sichtbar ist.
- ImageMagick:
-filter Lanczos -resize 1200x
Mitchell-Netravali (Ausgewogen, Hervorragend für Vergrößerungen)
Mitchell (auch bekannt als Mitchell-Netravali oder Catmull-Rom-Variante) ist ein kubischer Filter, der Schärfe und Glättung ausbalanciert. Er ist speziell darauf ausgelegt, sowohl Unschärfe als auch Ringing zu vermeiden — die zwei häufigen Artefakte anderer Algorithmen.
- Qualität: Ausgezeichnet. Etwas weicher als Lanczos, aber ohne Ringing-Artefakte.
- Geschwindigkeit: Moderat (kubischer Kern, kleiner als Lanczos).
- Beste Verwendung: Vergrößerungen, gemischte Inhalte (Fotos mit Textüberlagerungen), Situationen, in denen Ringing-Artefakte inakzeptabel sind.
- Nachteil: Minimal weniger scharf als Lanczos beim Verkleinern.
- ImageMagick:
-filter Mitchell -resize 2000x
Bilinear (Triangle, Schnell und Ausreichend)
Bilineare Interpolation (in ImageMagick Triangle genannt) verwendet eine lineare Gewichtung der 4 nächsten Pixel (2×2-Nachbarschaft), um jedes Ausgabepixel zu berechnen. Sie ist einfach, schnell und liefert bei moderaten Skalierungsänderungen akzeptable Ergebnisse.
- Qualität: Gut für moderate Skalierungsverhältnisse. Etwas weicher als Lanczos oder Mitchell.
- Geschwindigkeit: Schnell (winziger Kern, einfache Mathematik).
- Beste Verwendung: Vorschaubilder, Vorschauen, Echtzeitanwendungen, Stapelverarbeitung, bei der Geschwindigkeit wichtig ist.
- Nachteil: Kann bei feinen Mustern beim starken Verkleinern Aliasing erzeugen (z.B. von 4000 px auf 200 px in einem Schritt).
- ImageMagick:
-filter Triangle -resize 150x
Nächster Nachbar (Point, Pixel-Art)
Nächster Nachbar (in ImageMagick Point genannt) weist jedem Ausgabepixel den Wert des einzelnen nächsten Eingabepixels zu. Keine Interpolation, keine Mittelung, keine Glättung. Das Ergebnis ist klotzig und pixelig — genau das, was Sie für Pixel-Art möchten.
- Qualität: Schrecklich für Fotografien (pixelig, aliasiert). Perfekt für Pixel-Art (erhält harte Pixelgrenzen).
- Geschwindigkeit: Schnellstmöglich (keine Berechnung pro Pixel, nur Koordinatensuche).
- Beste Verwendung: Pixel-Art-Vergrößerung (2x, 3x, 4x), Retro-Spielgrafiken, QR-Codes, jedes Bild, bei dem Pixel die beabsichtigte visuelle Einheit sind.
- Nachteil: Unbrauchbar für Fotografien oder Inhalte mit glatten Verläufen.
- ImageMagick:
-filter Point -resize 400%
Algorithmenvergleichstabelle
| Algorithmus | Schärfe | Geschwindigkeit | Ringing | Beste Verwendung |
|---|---|---|---|---|
| Lanczos | Ausgezeichnet | Langsam | Minimal | Verkleinern von Fotos (Goldstandard) |
| Mitchell | Sehr gut | Mittel | Keins | Vergrößern, gemischte Inhalte |
| Bilinear | Gut | Schnell | Keins | Vorschaubilder, Stapelverarbeitung |
| Nächster Nachbar | Pixelig | Am schnellsten | Keins | Pixel-Art, QR-Codes |
Seitenverhältnis beibehalten
Einer der häufigsten Fehler beim Skalieren ist die versehentliche Verzerrung des Bildes durch Änderung des Seitenverhältnisses. Das Seitenverhältnis ist die proportionale Beziehung zwischen Breite und Höhe. Ein 4000×3000-Bild hat ein 4:3-Seitenverhältnis. Ein 1920×1080-Bild hat 16:9.
Beim Skalieren möchten Sie in der Regel das ursprüngliche Seitenverhältnis beibehalten, damit das Bild nicht gestreckt oder gestaucht aussieht. Das richtige Vorgehen:
- Geben Sie nur eine Abmessung an. Legen Sie die Zielbreite fest (z.B. 1200 px) und lassen Sie das Tool die Höhe automatisch berechnen, oder umgekehrt. Dies garantiert die Beibehaltung des Seitenverhältnisses.
- Verwenden Sie den Modus „Einpassen". Geben Sie die maximale Breite UND Höhe an, und das Tool skaliert das Bild so, dass es in diesen Rahmen passt, während das Seitenverhältnis erhalten bleibt. Ein 4000×3000-Bild, das auf „in 1200×1200 einpassen" skaliert wird, wird zu 1200×900.
- Vermeiden Sie die Modi „Erzwingen" oder „Strecken", es sei denn, Sie möchten das Bild absichtlich verzerren (selten).
In ImageMagick handhabt die Skalierungssyntax dies auf natürliche Weise:
-resize 1200x— Breite auf 1200 setzen, Höhe proportional berechnen-resize x900— Höhe auf 900 setzen, Breite proportional berechnen-resize 1200x900— in 1200×900 einpassen, Seitenverhältnis beibehalten-resize 1200x900!— exakt 1200×900 erzwingen (verzerrt, wenn Verhältnis abweicht)-resize 1200x900^— 1200×900 füllen (Überschuss zuschneiden, keine Verzerrung)
Zuschneiden vs. Strecken bei unterschiedlichen Verhältnissen
Wenn Sie das Seitenverhältnis ändern müssen (z.B. ein 4:3-Foto in 16:9 für ein YouTube-Vorschaubild konvertieren), haben Sie zwei Möglichkeiten:
- Zuschneiden: Überschüssige Bereiche abschneiden, um das Zielverhältnis zu erreichen. Dies verliert einen Teil des Bildes, behält aber die Proportionen bei. Das ist fast immer die bessere Wahl.
- Strecken: Das Bild in die neuen Abmessungen zwingen. Dies verzerrt das Bild (Kreise werden zu Ovalen, Gesichter werden breiter oder schmaler). Fast nie akzeptabel.
- Letterbox/Pillarbox: Das Bild in die Zielabmessungen einpassen und den verbleibenden Raum mit einer Volltonfarbe füllen (normalerweise schwarz oder weiß). Erhält das gesamte Bild ohne Verzerrung, auf Kosten sichtbarer Ränder.
Social-Media-Bildgrößen 2026
Jede wichtige Social-Media-Plattform hat spezifische empfohlene Abmessungen. Die Verwendung der richtigen Größe verhindert, dass die Plattform Ihr Bild unerwartet zuschneidet, und stellt sicher, dass es in maximaler Qualität angezeigt wird. Hier sind die aktuellen empfohlenen Größen für 2026:
| Plattform | Inhaltstyp | Abmessungen | Verhältnis | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| Feed-Beitrag (Hochformat) | 1080 × 1350 | 4:5 | Maximale Bildschirmfläche | |
| Feed-Beitrag (quadratisch) | 1080 × 1080 | 1:1 | Klassisches Instagram-Format | |
| Stories / Reels | 1080 × 1920 | 9:16 | Vollbild vertikal | |
| Feed-Bild / Link | 1200 × 628 | 1,91:1 | Auch für Link-Vorschauen verwendet | |
| Titelbild | 1640 × 856 | 1,91:1 | Wird auf Mobilgeräten anders angezeigt | |
| Twitter / X | Stream-Bild | 1600 × 900 | 16:9 | Optimal für die Timeline-Anzeige |
| Twitter / X | Headerfoto | 1500 × 500 | 3:1 | Profil-Banner |
| Feed-Bild | 1200 × 627 | 1,91:1 | Gleiche Verhältnis wie Facebook | |
| Titelbild | 1584 × 396 | 4:1 | Sehr breites Banner | |
| YouTube | Vorschaubild | 1280 × 720 | 16:9 | Mindestens 640 px breit |
| YouTube | Kanal-Banner | 2560 × 1440 | 16:9 | Sicherer Bereich: 1546×423 Mitte |
| Standard-Pin | 1000 × 1500 | 2:3 | Hohe Bilder performen besser | |
| TikTok | Video / Foto-Beitrag | 1080 × 1920 | 9:16 | Vollbild vertikal |
Profi-Tipp: Verwenden Sie für Instagram-Feed-Beiträge 1080×1350 (4:5 Hochformat) statt 1080×1080 (quadratisch). Das höhere Format nimmt im Feed deutlich mehr Bildschirmfläche ein, was mehr Sichtbarkeit und Engagement bedeutet. Instagram unterstützt Seitenverhältnisse von 1,91:1 (Querformat) bis 4:5 (Hochformat).
Nachträgliches Schärfen nach der Skalierung
Das Verkleinern macht Bilder leicht weicher, weil der Algorithmus Pixelwerte mittelt. Für weboptimierte Bilder kann das Anwenden eines leichten Schärfungsdurchgangs nach der Skalierung die Schärfe wiederherstellen und das Bild trotz weniger Pixel so scharf wirken lassen wie das Original.
Unscharf maskieren (USM)
Die häufigste Schärfungstechnik für skalierte Bilder ist die Unscharf-Maske, die trotz ihres kontraintuitiven Namens Bilder tatsächlich schärft. Sie funktioniert, indem eine verschwommene Version des Bildes vom Original subtrahiert und die Differenz mit einem Multiplikator wieder hinzugefügt wird:
- Radius — wie weit sich der Schärfungseffekt um jede Kante erstreckt. Für Webbilder: 0,5–1,0 Pixel. Für Druck: 1,0–2,0 Pixel.
- Stärke — wie viel Schärfung angewendet werden soll. Für subtile Web-Schärfung: 50–80 %. Für aggressivere: 100–150 %.
- Schwellenwert — minimale Helligkeitsdifferenz, die zum Schärfen erforderlich ist. Verhindert das Schärfen von Rauschen in glatten Bereichen. Typisch: 0–3 Stufen.
In ImageMagick eine gute Nachschärfung für Webbilder nach der Skalierung:
convert input.jpg -resize 1200x -unsharp 0.5x0.5+0.8+0.03 output.jpg
Dies wendet eine subtile Schärfung mit einem Radius von 0,5 px, 80 % Stärke und einem kleinen Schwellenwert an, um glatte Bereiche vor Rauschverstärkung zu schützen.
Schärfungsrichtlinien nach Anwendungsfall
| Anwendungsfall | Radius | Stärke | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Webbilder (allgemein) | 0,5–0,8 px | 60–80 % | Subtil, verhindert Überschärfung auf Bildschirmen |
| E-Commerce-Produkte | 0,5–1,0 px | 80–120 % | Scharfe Produktkanten, klare Beschriftungen |
| Porträts | 0,3–0,5 px | 40–60 % | Sanft, um Hauttextur nicht zu betonen |
| Landschaftsfotos | 0,8–1,2 px | 80–100 % | Stellt feine Details in Laub, Felsen, Wasser wieder her |
| Vorschaubilder (150 px) | 0,3–0,5 px | 100–150 % | Aggressiver, um extreme Verkleinerung zu kompensieren |
| Druck (300 DPI) | 1,0–2,0 px | 100–200 % | Stärkere Schärfung für Druckreproduktion erforderlich |
Überschärfung: Was zu vermeiden ist
Überschärfung ist schlimmer als gar keine Schärfung. Zeichen von Überschärfung sind:
- Sichtbare Halos um Kanten (helle Linien auf der dunklen Seite, dunkle Linien auf der hellen Seite)
- Verstärktes Rauschen in glatten Bereichen (Himmel, Haut, Volltonfarben werden körnig)
- Knusprige Textur — das Bild sieht hart, künstlich und übermäßig bearbeitet aus
- Kanten-Ringing ähnlich wie JPEG-Komprimierungsartefakte
Im Zweifelsfall lieber weniger Schärfung verwenden. Ein leicht weiches Bild sieht natürlich aus; ein übermäßig geschärftes Bild sieht kaputt aus.
Formatüberlegungen beim Skalieren
Das Ausgabeformat beeinflusst sowohl die Qualität als auch die Effizienz skalierter Bilder:
- Als PNG speichern, wenn das skalierte Bild weiter bearbeitet wird oder wenn Sie verlustfreie Qualität benötigen. PNG vermeidet jeden Generationsverlust durch erneutes JPEG-Kodieren. Ideal für Grafiken, Screenshots und Bilder mit Text.
- Als JPEG speichern für Fotografien, die für das Web oder soziale Medien bestimmt sind. JPEG-Komprimierung ist für fotografische Inhalte optimiert, und die Dateieinsparungen sind erheblich. Verwenden Sie Qualität 85–92 für die beste Balance.
- Als WebP speichern für maximale Web-Optimierung. WebP erzeugt 25–35 % kleinere Dateien als JPEG bei gleichwertiger Qualität und unterstützt sowohl verlustbehaftete als auch verlustfreie Modi.
- JPG in PNG konvertieren nach dem Skalieren, wenn Sie das skalierte Bild verlustfrei für zukünftige Bearbeitungen aufbewahren möchten. Dies verhindert JPEG-Generationsverlust bei nachfolgenden Speichervorgängen.
CleverUtils-Tipp: Beim Konvertieren von JPG in PNG wird das Bild verlustfrei gespeichert. Wenn Sie Ihre Bilder mehrfach skalieren und bearbeiten möchten, konvertieren Sie zuerst in PNG, um das Anhäufen von JPEG-Komprimierungsartefakten zu vermeiden. Jeder JPEG-Speicherzyklus verschlechtert die Qualität leicht; PNG-Speichervorgänge sind verlustfrei, unabhängig davon, wie oft Sie speichern.
Strategien zur Stapelverarbeitung
Wenn Sie viele Bilder auf einmal skalieren müssen, ist Effizienz wichtig. Hier sind die Hauptansätze:
Befehlszeile (ImageMagick)
ImageMagicks mogrify-Befehl verarbeitet Dateien direkt und ist damit ideal für Stapeloperationen:
- Alle JPGs auf maximal 1200 px Breite skalieren:
mogrify -resize 1200x -filter Lanczos *.jpg - Skalieren und in PNG konvertieren:
for f in *.jpg; do convert "$f" -resize 1200x -filter Lanczos "${f%.jpg}.png"; done - Skalieren mit Schärfung:
mogrify -resize 1200x -filter Lanczos -unsharp 0.5x0.5+0.8+0.03 *.jpg
Responsive Bildsets
Moderne Websites liefern je nach Bildschirmgröße des Betrachters unterschiedliche Bildgrößen über das HTML-Attribut srcset. Ein häufiger Ansatz ist die Erzeugung von 3–5 Größen aus jedem Quellbild:
- Vorschaubild: 300 px breit (für Raster, Karten)
- Klein: 600 px breit (Mobilbildschirme)
- Mittel: 1200 px breit (Tablet und Desktop)
- Groß: 1800 px breit (Retina/HiDPI-Displays)
- Original: volle Auflösung (Lightbox, Download)
Jede Größe wird an das entsprechende Gerät geliefert, um sicherzustellen, dass Mobilnutzer keine unnötig großen Bilder herunterladen und Desktop-Nutzer scharfe, detaillierte Versionen sehen.
Häufige Fehler beim Skalieren
Vermeiden Sie diese häufigen Fehler beim Skalieren von Bildern:
- Vergrößern zur „Qualitätsverbesserung". Ein Bild größer zu machen, fügt keine Details hinzu. Ein auf 2000 px hochskaliertes 500-px-Bild ist unschärfer als das ursprüngliche 500-px-Bild, das bei 500 px angezeigt wird. Vergrößern Sie nur, wenn Sie eine bestimmte größere Abmessung benötigen.
- Breite und Höhe mit Erzwingung angeben. Dies streckt oder staucht das Bild, wenn das Zielverhältnis vom Quellverhältnis abweicht. Behalten Sie immer das Seitenverhältnis bei, es sei denn, Sie schneiden absichtlich zu.
- In JPEG skalieren und erneut speichern. Jeder JPEG-Speicherzyklus wendet verlustbehaftete Komprimierung an. Wenn Sie ein JPEG skalieren und als JPEG speichern, dann erneut skalieren und speichern, erhalten Sie einen kumulativen Qualitätsverlust. Konvertieren Sie zuerst in PNG, nehmen Sie alle Bearbeitungen vor und exportieren Sie als letzten Schritt in JPEG.
- Den falschen Algorithmus für den Inhaltstyp verwenden. Nächster Nachbar für Fotografien (pixelig) oder Lanczos für Pixel-Art (verwischte Kanten) liefern beide schlechte Ergebnisse. Passen Sie den Algorithmus an den Inhalt an.
- Nachträgliches Schärfen überspringen. Das Verkleinern macht immer leicht weich. Eine subtile Unscharf-Maske stellt die Schärfe wieder her, die das Bild professionell statt leicht unscharf aussehen lässt.
- DPI beim Druck nicht berücksichtigen. Ein 1200×900-Bild bei 72 DPI druckt sich als 42×32 cm in sehr niedriger Qualität. Bei 300 DPI druckt es sich als 10×7,6 cm in ausgezeichneter Qualität. DPI ist nur für physische Druckausgabe relevant, nicht für Bildschirme.